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Kennt ihr schon… die Mädchenmannschaft

… die Mädchenmannschaft?! Dickes Ding und hervorragend geeignet für #1 unserer geplanten Reihe „Kennt ihr schon…“. Einen Tag nach dem veröffentlichten Artikel „Ihr bloggt?!“ kam schon die erste Mail ins Haus geflattert, die wir mit großer Freude angenommen haben. Anna-Sarah von der „Mädchenmannschaft“ fragte an, ob wir diese nicht mal vorstellen wollen. Klar doch!

Warum wir so uns freuen, mit diesem fantastischen Blog zu beginnen? Na, weil es der größte feministische Blog im deutschsprachigen Raum ist. Weil die Frauen und Männer des Teams großartige Texte schreiben und ihren Mund aufmachen (am besten mit Megafon davor). Weil es ein fantastisches Beispiel dafür ist, dass es bei einem Blog nicht bloß um Werbeeinnahmen, Design, Style und blingbling gehen muss, sondern dass der Inhalt zählt. Weil das Private eben doch politisch ist und Gesellschaft und Politik auch privat…

Logo der Mädchenmannschaft: Mund mit pinkem Megaphon davor, rechts daneben der Schriftzug "Mädchenmannschaft"

© maedchenmannschaft.net; Eva Hillreiner

„Alle jungen Frauen wollen heute das Gleiche, nämlich: genauso viel verdienen wie Männer, die gleichen Aufstiegschancen, einen gleich großen Anteil an der Macht in unserem Land und nicht vor die Entscheidung ‚Kind oder Karriere‘ gestellt werden. Wir wollen uns in keiner Lebenssituation mehr einreden lassen: ‚Das gehört sich nicht für eine Frau‘ oder ‚Mädchen können das nicht‘. All das sollte eigentlich selbstverständlich sein, und doch ist es das nicht. Wenn die Gleichberechtigung der Geschlechter in unserem Land schon Realität wäre, müssten wir nicht darüber reden.“ (aus „Wir Alphamädchen“)

Gestartet wurde der Blog 2007 von den drei Autorinnen der oben zitierten Pflichtlektüre – also vor stolzen acht Jahren. Seitdem wurde es nie ruhiger. Blogger*innen kamen und gingen und jede* brachte weitere Ansichten, Spezialgebiete und Gedanken hinein. Aber alle mit einer Linie: ein möglichst weiter Blick für gesamtgesellschaftliche Machtverhältnisse und Diskriminierungsformen darf nicht verloren gehen!

Mund mit Sprechblase voller Buchstaben

© Schütte/frauenseiten.bremen

Das bedeutet, es geht in den Beiträgen nicht „nur“ um Sexismen, sondern um diverse Diskriminierungsmechanismen, die unweigerlich mit Sexismus verknüpft sind: Rassismen, Heteronormativität, Etabliertenvorrechte, Diskriminierung auf Grund von Aussehen etc. (den Begriff „Lookism“ kannte ich bis eben gerade auch noch nicht – großartig!). Da aber jede* ihre individuelle Perspektive auf Strukturen und Geschehnisse mitbringt, ist es den Blogbetreiber*innen wichtig, dass diese offen betrachtet und beim Schreiben stets hinterfragt wird, denn man schreibt, was man ist und ohne Reflexion des Eigenen, ist eine kritische Auseinandersetzung mit der Lebenswelt unmöglich. Auch die Netiquette der Mädchenmannschaft ist straight und dies absolut gerechtfertigt und vorbildlich – vor allem in ihrer Transparenz.

„Es ist absolut nicht notwendig, dass du Gender Studies (oder überhaupt irgendwas) studiert hast oder feministische Theoriegeschichte als deine Bibel bezeichnest. Das haben und machen wir auch nicht alle – auch wenn wir nichts dagegen haben :).“

Diese Herangehensweisen und Voraussetzungen klingen akademisch und nach Kultur- und Geisteswissenschaftler*innen? Ja! Menschen schreiben eben – wie gesagt – über das, was sie sind, gelernt haben und wissen. Und wenn sie sich mit Geschlechterverhältnissen beschäftigen und viel darüber lesen, dann schreiben sie mit dem entsprechenden Vokabular. Aber keine Sorge, es wird durchaus darauf geachtet, dass die Texte für möglichst viele Menschen verständlich sind.

Aber lassen wir jetzt mal den theoretischen Hintergrund außen vor (geht das?)

© Barckhausen

© Barckhausen/frauenseiten.bremen

Die Mächenmannschaft ist bunt, vielfältig und wild. Die Blogger*innen rezensieren Filme und Bücher, schreiben über Karneval und sexuelle Gewalt, Musikerinnen, Sex, Körpernormierung, Familie und mehr und mehr und mehr. Die Themen sind so umfangreich, dass ich ewig weiterschreiben oder aber aufhören könnte. Ich entschließe mich an dieser Stelle für Letzteres. Schaut selber rein, wenn ihr es nicht schon längst getan habt! Klick!

Was ich beim Schreiben dieses Artikels gedacht habe? Ja, ich streite mich, wenn es (unbedingt) sein muss, auch noch 20 weitere Male mit meinem Freund über’s Milch einkaufen und Müll rausbringen (bringt mir ja auch nicht sonderlich viel Spaß). Denn es geht nicht um die Tätigkeit an sich, sondern um die Strukturen dahinter. Manche nennen sowas Verbissenheit und Prinzipienreiterei, ich nenne es Authentizität und Idealismus.

Dieser Artikel erschien am 09. Februar 2015 auf den frauenseiten.bremen.

Janina Bartmann

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