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Jung und alt und umgekehrt

Morschreuth, ein Dorf in der fränkischen Schweiz. Pfingsten 2014. Wiesen, Felder, Wald, Felsen. Ein Campingplatz. Eine große Wiese, Bäume, ein Wirtshaus, Kletternde von überall her. Zu dem Zeitpunkt nicht so viele und vorwiegend aus Deutschland, junge und ältere, 16 und 50, mal mehr mal weniger bunt und stylisch, aber fast alle fit, braungebrannt, entspannt. Abends bierselig am Lagerfeuer, morgens hört man von überall die Espressokannen brutzeln, alle sitzen und liegen auf dem Rasen, Decken, Bänken. Eine Familie aus Berlin steigt aus ihrem Bulli, der Vater vielleicht Anfang 40, braun, muskulös mit drei Kindern.

Eine Gruppe um-die-18jährige, 5-6 Jungs und zwei Mädchen, kommen mit Autos und Rädern aus dem nahe gelegenen Bayreuth, bauen ihre Zelte auf – ein Wohnzelt und zwei „normale“. Dazu kommen ein Kugelgrill, ein Klapptisch, noch ein Klapptisch, Campingstühle, zwei Stühle in Deutschlandfarben, ein Pavillion. Sie reden über’s Abitur und Computerspiele. Ein Mädchen hat Dreads und Cordhosen, wirkt alternativ oder wäre es gerne. Sie schneidet Tomaten, Gurken, Salat, rührt in ihrer Tuppa-Schüssel, organisiert das Grillen, die Jungs kümmern sich um das Feuer, natürlich. Sie räumt auf, morgens kocht sie Kaffee, deckt den Frühstückstisch, während die Jungs schon angefangen haben zu essen. Strahlend blauer Himmel nach vielen Regentagen, die Gruppe sitzt unter’m Pavillion. Das Dread-Mädchen sagt: „Mit 18 denkt man sich ‚Oh Gott, ich werde alt!'“ Sind alle eingecremt, steht der Pavillion gut so, wo geht’s nun mit den Autos hin, sind weitere Fragen.

Der Berliner Vater, obgleich 20 Jahre älter, wirkt 1000 Jahre jünger, spuckt die Zahnpasta ins Gebüsch, sammelt seine Kinder von der Decke auf, reckt die drahtigen Gliedmaßen, scheucht seine Kinder in den klapprigen Bulli und fährt.

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